Und wer motiviert mich? | Art of Success

Und wer motiviert mich?

Werden Sie ein Meister der Eigenmotivation. Die Fähigkeit, sich unabhängig von den äußeren Umständen motivieren zu können, ist der Schlüssel zum Erfolg.
Motivation
Matthias Wölkner
@Woelkner

Matthias Wölkner ist seit Jahren bundesweit tätig als Unternehmensberater, Coach und Trainer. Er berät, coacht und trainiert Führungskräfte aller Branchen und deren Mitarbeiter in allen Fragen des Change Managements, der Vertriebsoptimierung, der Erfolgskommunikation, der Mitarbeiter- und inneren Führung. Eben weil die innere Führung in unseren hektischen Zeiten in den letzten Jahren so dramatisch an Bedeutung gewonnen hat, macht er neuerdings auch Dauerhochleister stressimmun, souverän, gelassen und dauererfolgreich.

Blöde Frage: Sie selbst.

Werden Sie ein Meister der Eigenmotivation!

Motivation ist die Mutter des Erfolgs. Wer unmotiviert an eine Aufgabe herangeht, macht sich selbst das Leben schwer.

Wer dagegen motiviert der Welt entgegentritt, tut sich leichter, ist erfolgreicher und auch glücklicher im Leben. Wir sind nicht motiviert, wenn wir glücklich und erfolgreich sind. Es ist umgekehrt. Wir sind dann glücklich und erfolgreich, wenn wir motiviert sind.

Warum treffen Sie dann heute so viele wenig motivierte Menschen?

Du musst mich motivieren!

Weil viele glauben: Motivation passiert einem. Neulich sagte tatsächlich ein Sportkommentator vor Millionen TV-Zuschauern bei einem Spitzenspiel: „Es gelang dem Trainer offensichtlich nicht, seine Spieler ausreichend zu motivieren.“

Hallo? Können die das nicht selber? Diese Elitekicker kassieren Millionen und können sich nicht mal selber motivieren? Muss man denen auch noch die Nase putzen und die Kickstiefel schnüren? Aber so sind wir.

Wir erwarten vom Vorgesetzten, vom Beziehungspartner, von Politikern, Medien, Büchern oder dem Internet, oft sogar von den eigenen Kindern (!), dass sie uns motivieren.

Dazu fällt mir ein: Der Storch bringt keine Babys, den Osterhasen gibt es nicht und machen Sie endlich Schluss mit der absurden Vorstellung, dass Ihnen jemand die Schuhe binden muss. Zähneputzen tun wir doch auch selber: Nur so funktioniert das – auch mit der Motivation. Vorausgesetzt, man möchte Glück und Erfolg im Leben.

Diese Voraussetzung ist alles andere als trivial: Manchen Menschen ist es wichtiger, von anderen etwas zu bekommen, das sie sich selbst nicht geben möchten. Sie nehmen eine (meist unbewusste) Trotzhaltung ein und fordern: Hold me, feed me, love me, motivate me! Das ist aber nicht Ihre Motivation? Dann sind Sie hier richtig.

Wie motiviert man sich?

Es ist schön, wenn Ihr Chef oder Beziehungspartner Sie gerade so richtig motiviert haben. Aber wenn nicht: Selbst ist der Mann, die Frau. Betrachten wir diese Selbstständigkeit am Beispiel.

Nehmen wir an, Sie sollen eine Präsentation vor Topmanagern halten. Sie haben sich eingearbeitet und denken nun: „Ich bin gut vorbereitet, ich kenne mich aus, mich schubst keiner mehr vom Seil!“ Das denken Sie noch 60 Sekunden vor Beginn der Präsentation. Dann kommt der Vertriebschef zur Tür herein: Der war nicht angemeldet! Und das ist ein übler Bursche.

Sofort schießt Ihnen durch den Kopf: „Oh Gott, nicht dieser Kerl! So ein Haarspalter! Dem kann es doch keiner rechtmachen!“ Und schon ist die Motivation futsch. Für den Amateur. Der Profi ist jetzt erst recht motiviert.

Wissen Sie, was in Ihrem Kopf vorgeht?

Motiviert zu sein, wenn alle Sie motivieren, ist keine Kunst, sondern Schönwettersegeln. Die Kunst der Motivation besteht darin, auch und gerade dann motiviert zu sein, wenn um Sie herum Frust und Demotivation, Stress und Widrigkeit herrschen. Warum lässt sich der Amateur von solchen Einflüssen demotivieren?

Weil er Gedanke und Realität verwechselt. Er denkt: „Dem Vertriebschef kann es doch keiner rechtmachen!“ – und er glaubt das! Nicht der „böse“ Vertriebsleiter demotiviert ihn, sondern dieser Irrglaube. Der Profi denkt etwas anderes? Nein. Auch er denkt, dass man es dem Vertriebschef, dem alten Stinkstiefel, nicht rechtmachen kann. Aber dann denkt er weiter.

Er denkt: „Aha, da kommt also der Gedanke in mir hoch, dass man es dem Vertriebschef nicht rechtmachen kann. Und gleichzeitig ist da ein Frustgefühl in meinem Bauch.“ Das ist der springende Punkt.

Der Motivationsprofi verwechselt den Demotivator nicht mit der Realität, weil er den Gedanken als Gedanken und sein Gefühl als Gefühl erkennt. Er „fällt“ nicht darauf herein. Mit diesem ersten Schritt neutralisiert man Motivationskiller. Dann folgt der zweite Schritt.

Der zweite Schritt: Zurück zur ganzen Realität

Motivationskiller killen Motivation, weil wir sie nicht als solche erkennen. Wir halten sie für wahr und „vergessen“ darüber alle anderen Fakten, Gefühle und Gedanken, die die ganze Realität ausmachen. Sobald wir jedoch erkennen: „Der Gedanke über den Vertriebschef ist bloß ein Gedanke und dieses Frustgefühl ist bloß ein Gefühl“, erinnern wir uns automatisch auch an andere Gedanken und Gefühle wie zum Beispiel: „Ich bin gut vorbereitet, ich kenne mich aus, mich schubst keiner mehr vom Seil!“

Sobald man sich wieder an diese ursprünglichen Gedanken und Gefühle erinnert, ist die Motivation wieder da.

Natürlich spukt der Gedanke an den Vertriebschef immer wieder mal dazwischen – das machen alle Motivationskiller. Aber je öfter Sie sie bemerken und sich an alle anderen Elemente der Realität erinnern, die auch noch da sind, desto stabiler wird Ihre Motivation und desto seltener meldet sich der Motivationskiller im eigenen Kopf. So einfach ist das? Wer hat das behauptet?

Einfach, aber nicht leicht

Wir sind nicht häufig so demotiviert, weil die Welt oft so frustrierend ist (sie ist es), sondern weil wir zu unachtsam durchs Leben gehen. Wir bemerken es meist nicht oder viel zu spät, wenn wir wieder mal glauben: „Der Vertriebsleiter (mein Partner, das Finanzamt, die Weltwirtschaft …) frustriert mich!“ Nein, das tut er nicht.

Du demotivierst dich selber, indem du den Gedanken über den Vertriebsleiter für bare Münze nimmst, nicht als Gedanken erkennst und benennst und deshalb alle anderen Gedanken ausblendest. Das passiert uns so häufig, weil wir im Alltag relativ unachtsam unterwegs sind.

Umgekehrt heißt das aber auch: Wenn es nur daran liegt! Motivation hat eben weniger mit flotten Hurra-Sprüchen („Du schaffst das!“) zu tun und viel mehr mit einer geschärften Aufmerksamkeit: Was geht da gerade in meinem Kopf und meinem Bauch, Rücken, Hals … vor? Welche Gedanken, welche Gefühle? Diese Aufmerksamkeit kann man trainieren.

Was geht zum Beispiel jetzt gerade in Ihrem Kopf vor? Sie denken: „Ist doch alles Unfug!“ Prima! Was ist das? Fakt? Gedanke? Gefühl? Sehen Sie, Sie trainieren gerade Ihre Achtsamkeit. Das sollten Sie. Damit Ihr Kopf demnächst nicht platzt.

Raus aus meinem Kopf!

Das Problem sind nicht unbedingt wir selber. Das Problem ist unsere Umwelt: Sie ist massiv demotivierend.

Schlagen Sie die Zeitung auf, hören Sie Nachrichten im Radio, reden Sie mit ganz normalen Menschen – was macht das mit einem? Das zieht einen oft unheimlich runter! Wenn unsere Motivation am Morgen ein bis zum Rand gefüllter Topf ist, dann begegnen wir tagsüber Dutzenden von Motivationsräubern, die Gedanken und Gefühle in uns auslösen, die wir für die Realität halten und nicht als Motivationskiller erkennen.

Unser Medienkonsum ist dafür schlicht zu naiv, zu sorglos, zu unachtsam. Das Mediendauerintensivbombardement der Bad News und Motivationskiller zieht auf Dauer den stärksten Berserker runter. Achten Sie mal darauf.

Was frisst im Laufe eines Tages an Ihrer Motivation? Wollen Sie das einfach so zulassen? Wollen Sie wirklich jede Stunde Nachrichten hören? Oder reicht einmal am Tag auch?

Müssen Sie wirklich zehn Minuten in der Kaffeeküche hocken und den Mitgliedern des Jammerzirkels zuhören, wie alles Scheiße ist – der Chef, der Job, die Bezahlung, die Beziehung, Gott und die Welt? Natürlich: Das unterhält und schafft Gemeinschaft. Aber das killt auch Ihre Motivation.

Kopfdiät

Wir achten auf alles, was wir in den Mund stecken: Kalorien? Lactose? Kohlenhydrate? Gluten? Bio? Aber in unseren Kopf lassen wir jeden Mist rein. Kein Wunder sind wir oft so demotiviert. Wenn wir gedankenlos einfach alles in uns reinstopfen, was uns das Medienzeitalter und die sozialen Netzwerke vorsetzen.

Schon wieder neidisch, weil die „Freunde“ auf Facebook ein so viel interessanteres Leben haben? Schon wieder gefrustet, weil alle anderen viel heftiger WhatsAppen? Und das lassen Sie zu? Nein, nicht dass die anderen mehr daddeln, sondern dass Ihnen das die Motivation raubt?

Das kann, das darf nicht sein. Ich achte darauf, was auf meinen Teller kommt und ich achte darauf, was in meinen Kopf rein kommt. Und das reicht schon?

Motivation motiviert nicht

Mal ehrlich: Unter „Motivation“ haben Sie bestimmt etwas anderes erwartet. Eher Sprüche wie: „Du schaffst das! Das packst du!“ Das ist doch wohl Motivation! Ist es das? Frage: Wirkt das bei Ihnen? Wie gut, wie lange? Das ist nicht nur bei Ihnen so. Solche Hurra-Sprüche wirken selten, nur kurz und nur oberflächlich. Weil man den Hurra-Optimismus selber nicht glaubt.

Besser wirkt der skizzierte 2-Step: Motivationskiller erkennen, neutralisieren und meiden und sich dann an alles erinnern, was vor der Frust-Attacke schon da war – die ganze übrige Realität.

All die anderen Gedanken, Gefühle und Fakten, aus denen unsere Motivation ursprünglich bestand. Deshalb sagt man auch: „Der hat sich den Schneid abkaufen lassen!“ Der war mal top motiviert – aber dann hat er die vielen Demotivatoren mit der Realität verwechselt und sich seine Motivation rauben lassen.

Wer die ganze Realität wahrnimmt, ist weitaus stärker und vor allem anhaltender motiviert. Weil seine Motivation im Sinne des Wortes realistischer ist – eben weil sie auf der Realität und nicht auf irgendwelchen Störgedanken basiert.

Realismus ist die beste Motivation – vorausgesetzt, Sie sind so achtsam, dass Sie stets die gesamte, komplette Realität wahrnehmen können und wollen. Wollen Sie?


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