Warum Du Dich Deiner Angst stellen musst, um sie zu überwinden | Art of Success

Warum Du Dich Deiner Angst stellen musst, um sie zu überwinden

Um eine Angst überwinden zu können, musst Du lernen, sie zu kontrollieren. Es geht darum, Deine Komfort Zone zu vergrößern, um selbstbewusster zu werden.
Lifestyle
Andreas Wiese

Andreas Wiese hat in Mathematik promoviert und ist Forscher für theoretische Informatik. Er beschäftigt sich intensiv mit den Themen innere Gelassenheit, Glück und Persönlichkeitsentwicklung.

Jeder von uns hat vor bestimmten Dingen Angst.

Das kann die Angst davor sein, vor vielen Leuten eine Rede zu halten, seinen Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten oder etwas zu tun, was das Umfeld (Freunde, Familie, Arbeitskollegen) nicht gut finden. Das ist völlig normal!

Wenn du vor solchen oder anderen Dingen Angst hat, dann geht dir das genauso wie allen anderen Menschen. Du kennst vielleicht Leute, bei denen du das Gefühl hast, dass sie vollkommen furchtlos sind, vor Selbstvertrauen nur so strotzen, und dass sie absolut nichts erschüttern kann.

Die spüren genau das selbe wie du, gehen damit aber anders um und lassen sich nicht von ihren Ängsten beschränken.

Dieser Artikel zeigt dir wie das geht und wie du auch so selbstbewusst werden kannst.

Wie in der Steinzeit

Deine Furcht ist genau das selbe Gefühl, das auch schon deine Urururururururgroßeltern in der Steinzeit hatten.

Genauso wie du, hatten sie eine Riesenangst, wenn sie vor einem hohen Abgrund standen oder wenn sie von einem wilden Tier angegriffen wurden.

Deinen Vorfahren hat das auch gut geholfen um zu überleben: Durch ihre Ängste wussten sie sofort, dass sie jetzt schnell weglaufen müssen oder sich darauf konzentrieren sollten zu kämpfen.

Wäre das nicht so gewesen und einer deiner Vorfahren hätte z.B. versucht ein Mammut zu streicheln, dann gäbe es dich heute wahrscheinlich nicht.

Zurück zur Gegenwart

Nun lebst du aber heute. Mammuts sind längst ausgestorben und noch niemand ist davon umgekommen, weil er vor vielen Leuten eine Rede gehalten hat oder weil er bei seinen Freunden angeeckt ist.

Was passiert da also, wenn du dich heutzutage vor etwas fürchtest, was rein rational gar nicht gefährlich ist?

Dein Gehirn fühlt sich generell mit Dingen unwohl, die du noch nie gemacht hast. Und das kommuniziert es dir.

Unsere Gehirne arbeiten immer noch so wie die von unseren Vorfahren aus der Steinzeit: Im Zweifel lassen wir Sachen lieber bleiben, anstatt ein Risiko einzugehen.

In der Steinzeit war es auch gut, lieber einmal zu oft als zu wenig weggelaufen zu sein. Heute aber nicht mehr.

Deine Komfortzone

Die Dinge, mit denen dein Gehirn sich gut fühlt, liegen innerhalb deiner Komfortzone.

Das sind zum Beispiel Zähne putzen, duschen, frühstücken, einkaufen gehen und so weiter. Andere Sachen liegen außerhalb deiner Komfortzone.

Manche davon liegen noch einigermaßen nahe an deiner Komfortzone dran, wie zum Beispiel im Ausland mit Sprachführer in der Hand nach dem Weg zu fragen.

Andere sind weiter weg, wahrscheinlich hätte jeder von uns Bammel im Winter mit Badekleidung durch die Fußgängerzone zu laufen, dort dann ein Ganzkörperselfie zu machen, und das dann an alle seine Arbeitskollegen zu mailen.

Wahrscheinlich ist das auch ganz gut so :).

Komfortzone erweitern

Wie kriegst du das nun hin, Dinge in deine Komfortzone zu kriegen, mit denen du dich im Moment noch unwohl fühlst, die du aber gerne können möchtest?

Die schlechte Nachricht zuerst: es gibt keine Wunderpille, keinen Zauberstab, und keinen einfachen Trick, mit dem du von heute auf morgen deine Ängste los wirst. Das geht nicht.

Die gute Nachricht: Du kannst das üben! Wenn du heute ängstlich bist und dich vor vielen Dingen fürchtest, kannst du durch Üben Schritt für Schritt mutiger werden.

Wie das geht? Mach bewusst Dinge, vor denen du dich fürchtest! Wenn du Angst davor hast, vor fremden Leuten eine Rede zu halten, dann halte eine. Wenn du Angst hast, mit Leuten zu plaudern, die du noch nicht kennst, dann sprich bewusst fremde Leute an, in der Kneipe, an der Bushaltestelle, in der Schlange bei der Post, etc..

Wenn du Angst hast, deinen Chef um einen Gefallen zu bitten, dann mach das bewusst trotzdem.

Salamitaktik

Das ganze geht am besten Schritt für Schritt. Wenn du lernen willst, vor vielen Leuten zu reden, dann halte nicht als erstes eine Rede vor 1000 wichtigen Kunden.

Halte stattdessen einen Vortrag vor deiner Zimmerpflanze, dann vor einem sehr guten Freund, dann vor zwei guten Freunden, dann einen Vortrag vor wenigen Leuten, zum Beispiel in einem Seminar an deiner Uni, und so weiter.

Am besten lässt du dir jedes Mal Feedback geben, dann weißt du, was du beim nächsten Mal besser machen kannst, und vor allem auch, was deinem Publikum gefallen hat (meistens bist du viel besser, als du selber glaubst!).

Mit der Zeit wirst du merken, dass dir Dinge, die dir am Anfang noch schwer fielen, immer leichter fallen.

Deine Komfortzone vergrößert sich dadurch Stück für Stück. Dafür braucht es aber viel Übung. Erwarte nicht, dass sich alles von heute auf morgen verbessert.

Aber wenn du lange genug dran bleibst, kannst du deinen Komfortzone beliebig vergrößern.

Dein innerer Schweinehund

Wichtig: Jedes einzelne Mal, wenn du etwas außerhalb deiner Komfortzone machst, wird sich etwas in deinem Kopf „beschweren“: dein innerer Schweinehund.

Unser Unterbewusstsein mag es überhaupt nicht, etwas außerhalb unserer Komfortzone machen zu müssen. Und es ist unglaublich gut darin, sich Ausreden auszudenken, es nicht zu machen.

Wenn du von deinem Chef mehr Gehalt willst, dann wird dir dein Gehirn so etwas erzählen wie „Heute ist kein guter Tag dafür, er sieht schon wieder so schlecht gelaunt aus.“

„Ich warte lieber bis nach dem Mittagessen, jetzt wirkt er so beschäftigt.“ „So wichtig ist mir das Geld auch wieder nicht, mir geht es doch auch so ganz gut.“

Das sind alles Ausreden.

Das ist absolut ok, wenn die kommen, das geht jedem so. Aber mach dann trotzdem das, was du dir vorgenommen hast und lasse dich durch dein Unterbewusstsein nicht austricksen.

Am besten nimmst du dir einen Tag vorher vor, was du machen willst. Mach das in einem Moment, in dem du dich ganz entspannt fühlst, zum Beispiel abends auf dem Sofa, denn dann ist dein innerer Schweinehund am wenigsten aktiv und kann dir nicht so leicht reinreden.

Boost für dein Selbstbewusstsein

Wenn du dich deinen Ängsten bewusst stellst (über einen langen Zeitraum, nicht nur einen Tag oder eine Woche lang), dann kannst du deine Komfortzone in jede beliebige Richtung vergrößern: Reden halten, Höhenangst loswerden, fremde Menschen ansprechen, offen deine Meinung sagen, wirklich alles.

Das allein ist schon ziemlich gut. Es hat aber noch einen weiteren Nebeneffekt: du lernst dadurch, dass du jede Angst ablegen kannst, wenn du nur hartnäckig genug dran bleibst und bewusst Dinge tust, die außerhalb deiner Komfortzone liegen.

Und das weißt du dann nicht nur rational im Kopf, sondern auch im Unterbewusstsein, in deinem Bauchgefühl sozusagen.

Das ist eine der besten Sachen, die du für dein Selbstbewusstsein tun kannst. Wenn du dann das nächste Mal Angst vor irgendetwas spürst, dann weißt du, dass dein Unterbewusstsein dir damit nur sagen will, dass du gleich etwas tun wirst, was im Moment außerhalb deiner Komfortzone liegt.

Und es wird sich für dich ganz normal anfühlen solche Dinge zu tun. Dann geht es dir genauso wie den scheinbar furchtlosen Leuten, von denen ich ganz am Anfang gesprochen habe.

Die fühlen immer noch Furcht, genauso wie du, wissen aber bewusst und unterbewusst, dass das keine große Sache ist, und machen dann trotzdem, was sie sich vorgenommen haben.

Ganz einfach weil sie es schon so oft gemacht haben. Und wenn du nur oft genug Dinge tust, vor denen du dich fürchtest, dann wirst du auch so.


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